Klinische Erfahrungen in der Homöopathie : eine vollständige Sammlung : aller, in der deutschen und ins Deutsche übertragenen homöopathischen Literatur niedergelegten Heilungen und praktischen Bemerkungen, vom Jahre 1822 bis 1850 / herausgegeben und mit vergleichenden Bemerkungen versehen von Th. J. Rückert. / Title Contents

Title Contents


Page  [unnumbered] - Front Matter

Page  I - Title Page

lKliniosohe Erfahrungen in der H -lVIGOP ATHE iie vollstandige Samifluag aller, in der deutschen und ins Deut'sheti~bertragenen hom~opathischen Literatur niedergelegten Heilungen und praktischen Bemerkungen vom Jahre 1822 bis 1850. Herausgegehen und mit vergleichenden Bemerkungen versehen Von The J. lilickert, prakt. Arzte in Herruhut. Erster Band. I Dessaau Druck und Verlag von Gebrilder Katz. 1854.

Page  III

Dem elirwuirdigen Veteranen in der ilomo~opafhie, dem Begrii"nder der homooopathischen- Literatur, Herrn Dr. Ernst Stapf, Herzogl. Sachs. Medicinalrathe, Ritter des Sachisen - Brnestinischen Hausordens u. a. w. als Zeichen der Anerkennung seiner hohen Verdienste urn unsere hebre Kunst und Wissensehaft gewidmet vorn Verfasser.

Page  V

ZUEIGNUNUG. Theuerster Freund! Dreissig Jalre sind verfiossen, als Sie in dieser Monat durch Thr Vorwort zu der ersten Bande des Archivs fdir hombiopathische Heilkunst, die Literatur derselben als muthiger Vork~irpfer er~ffneten, alle Mitstreiter, deren damals noch wenig waren, auffordernd, sich um Ihre Falne zu sammein. Und wenn wir die 23 Bainde des Archivs aberblicken, wie mehrten sich bald die Freunde der neuen Lehre, wie vielseitig ward unsere jugendliche Kunst und Wissenschaft theoretisch

Page  VI

vi ZucignuIng..Doch wie viele Narnen werden Sie da lesen von tapfern Streitern, die den Kampfplatz schon verlassen haben, unter denen Ihr Mitarbeiter am Archiv, unser Freund Dr. Gross, obenansteht. Aber ur so freudiger war es fuir uns, Sie verelrtester Freund, an der Spitze der Yertreter unserer Kunst von Ost und West, von Siid und Nord, das eherne Denkmal unseres Meisters, noch in diesem Jahre bekranzen zu sehen. Mige Der, der Herr ist liber Leben und Tod, Sie, in schon hohem Alter, noch lan

Page  VII

VORWORT. Bald ein halbes Jahrhundert ist verfiossen, als Hahnemann in kraftiger Redo seine Kollegen auf die Mangel und SchwAchen des arztlichen Wissens und Handeins aufmerksam machte, und nach langom Suchen, Forschen und Prafen das neuontdeckte, in der Natur begriindete, und vor ilm von einzelnen Aerzten nur geahnete Gesetz, similia similibus curantur, als leitendes Princip ffir ales Arztliche Forschen und Wirken zur Nachpriiftng Offentlich aufstellte. Er verlangto nicht blinden Glauben. Sein e

Page  VIII

Vill Vo rzo ort. tenden Princip beim Hellen erheben; - ein anderer suchte nach Mittein, (lie vorzugsweise einzelne Organe des thierisehen Ko*'rpers kranikhaft beriihren, um dieselben bei Leiden dieser Organe, ohne besonderes sicheres Princip, anzuwenden;- bis zuletzt die neuere physiologische Schule, bei eifrigern Forschen fttr die Diagnose der Krank-heit, so weit kam, dass sie die MO-gliclkeit einer rationellen Therapie ganz aufgab, und der Heilk-raft der Natur allein die lebung der K-ran

Page  IX

Vorwoort. Ix rer Wissenschaft und Kunst meinen, in Uebereinstimmung mit - Hering's jfingstem Ausspruch, davon ausgehen miissen, dass in der Homd-opathie die Prifufng und genaue Kenntniss der Mittel fiber der therapeutischen Erfabrung stehe, so m-assen sie doch ebenso den eigenthvimlichen und unersetzlichen Nutzen unserer Erfalirungen als den Erga*nzungspol jenes obersten Satzes anerkennen. Es hat eine Sammlung unserer klinischen Erfalrungen einen doppelten Werth, einral fiir uns selbst, als

Page  X

Forwoort. fiberall, wo dieselben streng individualisirten, auch dasselbe Resultat erlangten; - sie werden dadurch ermuntert, unserem Beispiele, und dem homoopathischen Principe zu folgen, - und erhalten hierzu zugleich Anleitung, gestfitzt auf lauter Thatsachen, die sie in jeder Krankheitsform bis zur Quelle verfolgen konnen. Unsere Literatur, welche durch den wfirdigen Veteranen in der Homcopathie, den Medicinal-Rath Dr. Stapf mit seinem Archiv vom Jahre 1822 an, begrfindet wurde, bietet

Page  XI

Forwoort. xi durch die Wichtigkeit dieses Werkes fftr unsern Beruf und meine Freunde zugleich ernuntert, mit Gottes ifilfe es zu vollenden, zumal wenn der Verleger durch reichlichen Absatz unterstiitzt wird. Fa~r den gegebenen Zweck habe ich bei meiner Arbeit nicht die Form Mines Repertorium gewbihlt, sondern die eines Lesebuches. Sic unterseheidet sich daher ganz von allen friieren Bearbeitungen dieser Art, und hat selbst mit der meines seel. Binders, E. F. Rftckert, nur die Anordnung des

Page  XII

XTT Porwoort. c. Wo das blosse Riechen an das ieilmittel mit Erfoig angewendet wurde. d. Wo und mit weichem Erfoig die Mittel Ausserlich, local, Gebrauch fanden. e. In weichem Zeitverhaltniss die Hellwirkungen einzutreten 5flegten; bei acuten Kraukheiten je nach dem gerade bestehendem Stadium des einzelnen Falles; in chronischen, je nach dem Alter der Krankheit. f. Oh sich hie und da Angaben finden ifber passende Mittelfolgen. Die Bean twortung der vierten Frage zeigt unter welchen Verhaitn

Page  XIII

Ptorwort. X10a FMiuftes Kapitel. Entziindungen des Gehirnes und seiner llHitite. Allgemeine Einleitung. Es finden sich unter nachstehenden Nummern 1. FaIlle von Gebirnentzftndungen bei Erwachsenen, s. Nr. 2. Falle von Entzt*ndungen der Hirnhabute, s. Nr. Nr. 3. Falle von Insolution, s. Nr. Nr. 4. Fille von Hydrocephalus acutus. a. im ersten Stadium der Krankheit s. Nr. Nr. b. im zweiten Stadium der Krankheit s. Nr. Nr. c. im critten Stadium der Krankheit s. Nr. Nr. Angewendet wurden: Acon

Page  XIV

xrv Vorwoort. Bell. 31m., Acon. 17m., Suiph. 16m., iyose. 8m. etc. - mit gleicizeitiger Anfahrnng der Mittel, von denen sich bloss aligem. Bemerkungen fanden, hber Zinc. im. Dann folgt Angabe, bei weichen Formen die Mittel vorzugsweise heilten, wie oben, wo aber nur die Nr. der FAlle genannt wurden, als: 1. Bei Encephalit. Erwachsener, Bell., Bry., Hyosc. etc. Nun folgt zu schnellem Ueberblick eine Tabellarisehe Uebersicht der Hauptzeichen bei Gehirnuentz-anudung en. Dann Angabe der ursa*c

Page  XV

Porwoort. XV nen soilte. Es ist das Buch nicht zum Naclmachen ficr Soiche, weiche kein Mittel kennen und keine Mittel studiren wollen; sondern jeder, der es ernst mit der lomo-opathie meint, wird sich gerade durch dasselbe zum genauen Studiren der Arznei- MittelLelre ffthren, aufmuntern und ermuthigen lassen, und selbst zur directen Erleichterung wird es ihm dabei nicht wenig helfen. MO-'h e nun jedes schwach vertretene Kapitel die Kollegen auffordern, ihre Erfabrungen hierin dem Publikum b

Page  XVI - Table of Contents

Verzeichniss der in diesem Werk benutzten homoopathischen Literatur, in chronologischer Folge mit Angabe der im Text benutzten Abkiirzungen. Im Buchhandel erschienen im Jahr: 1822 - 43. 1. Archiv fir die homropath. Heilkunst, Arch. - Leipzig b. Reclam. 1-. 20. and. 1824. 2. Rau, Ueber den Werth des homroop. Heilverfahrens, - Rau. - Heidelb. b. Gross. 1826 3. Hufelands Journal, Jahrgang 1826, 1. 2. St*ck, Huf. J. 1826 - 28 4. Praktische Mittheilungen der c

Page  XVII - Table of Contents

Verzeichniss etc. XVII Im Buchhandel erschienen im Jahre: 1835. 23. Correspondenzblatt der hom. Aerzte. Allentaun. - Corresp. 1836. 24. Attomyr. Die venerischen Krankheiten. Attom. - Leipzig bei Schumann. 1836. 25. Schwarze, hoinoop. Heilungen. - Schwarze. - Dresden u. Leipzig bei Arnold. 1837. 26. Roth.h Neueste Erfabrungen auf dem Felde der homoop. Heilkunde. - Roth. Neuest. - Mdinchen bei G. Krank. 1837. 27. Hom. Bekehrungs-Episteln von Dr. Y. Dresden u. Leipzi

Page  XVIII - Table of Contents

Erkiarung einiger im Text haufig vorkommender Abku*rzungen. Zurn Schloss jedes einzelnen Falles ist angegeben, wo derselbe urspr*in-glich zu finden. Die erste Zahi z. B. nach Arch. zeigt den Band, die zweite das Heft, die dritte die Pagrina an. Die Potenzen der Mittel sind durch arabische Zahien angegeben, deinnach heisst Puls. 2. 10. u. s. wv. die 2te und l0te Potenz von Pulsatilla. Stehit bloss die Zahi da, so fehlt ursprfinglich die na-here Angabe. 1st emn ganzer Tropfen angegeben, so ist es

Page  XIX - Table of Contents

Inhalt des ersten Bandes. Seite Erster Absch~nitt. Geist, Gemiih, Sprache....................1- 71 Erstes Kapitel. Seel enstbrungen........................... Zweites Kapitel. Sprachfehler...........................67 Zweiter Abschn~itt. Gehirn und dusserer Kfopt'...... 72-218 Drit-tes Kapitel. Schwinclel.............................72 Viertes* Kapitel. Schlag-fluisse...........................80 Fiinftes Kapitel. Entzindungen des Gehirns unci seiner lliute. 99 S-echstes

Page  XX - Table of Contents

xx Inhalt des ersten Band es. Seite Siebenter Abschnitt. Verdauungs - Apparate...................440- 1010 Erste Athiellung, aufnehmende Apparate. Zweiunddreissigstes Kapitel. Krankheitsersch. an den Lippen 441 Dreiunddreissigstes Kapitel. Krankheitserscheinungeni an den Zdihnen und dem Zahnfleisch.....................447 Vierunddreissig-stes Kapitel. Krankheitsersch. an der Zunge 496 Ffin fun ddreissigstes Kapitel. Krankheitserscheinungen an den Weichtheilen der Mundhbhle............50

Page  1

B STER iABSCHNITT, Geist, Gemtlit, Spraclie. lErstes TMapite1. Seelenstorungen. ABei diesein oft so tiefen., verborgenen,un scwrzheedn Leiden, reicht., wa nsrausseres Nirztliches Handein betrifft, das.Jomoopathische Gesetz vi*llhig aus, und unsere Priifungen an Gesunden bieten reichen Stoff zur Wahi der nbthbigen Mittel dar., niclit,.ur in den wvirklicheD Zelichen gestiirter Geistes- und Geiniitbssto*ungen des wvachenden Lebens, sondern ebenso in den Traiumen ~ndii-berhaupt in den Regungen des

Page  2

2 Seel ens 0 rung en.lz -Obgleich noch von vielen Seiten, auch in nenerer Zeit*) Zweifel obw-alten, fiber deren Werth im Aligemeinen, so wie iber die richtige Feststellung der einzelne Organe und deren Functionen, so kaun doch ein jeder Beobachter, der ohne Voruiltheil in die Lebren der Phrenologie eindringt, sehr bald sich davon iiberzeugen, dass dieselben in der Natur begriindet sind, ja hat tigli~ch Gelegenheit, Erfahrungen zu machen, die ihn darin besttirken. Wenn wir bedenken, wie di

Page  3

Seelenst6rungen. 3 das andere Mittel eine Beziehung zu einzelnen Organen, zu erkennen gebe: Aber es werden nur Andeutungen sein, mit grossen Unvollkommenheiten, da in dieser Hinsicht noch von keinem Beobachter etwas geschehen ist; sie sollen aber Anregung geben, das Feld zu bearbeiten. Die grosse Anzahl der in unserer Literatur vorliegenden Falle umfasst die meisten der in der Natur vorkommenden Formen von Seelenstorungen., Die Fdlle, welche sich am meisten naihern: a. Der Form der Melancho

Page  4

4 ~Seelenstiirungen. - Aeon. A. B. Erste Abtheilunge FalUe, in weichen emn Mittel entschieden wirkte, nach den Mittein alphabetisch geordnet. 11. Aconit. A. Aligemeine Bemerkung. Bei Aconit ist vorzugsweise ausgesprochen der Zustand von Ueberernpfindlichkeit in der koirperlichen wie in der geistigeri Spkire. Diese Hypera-sthesie ist em hiiufiger Begleiter grewisser Formen von Manie, weiche letztere durch Acon. erzeugt wird, N1ie scho~n die a**uteren Aerzte wussten; - Mani

Page  5

Seelenstiirungen. - Acoiz. 1B. C. - 4nac. A. B. 5 Dabei der Kikrper mit kaltem, kiebrigem Schweiss bedeckt, sie nimint Abscbied von den Ihrigen, phantasirt fiber ihren nun nahenden Tod, liegt still und deutet mit'der Miene innerer grosser Angst nach dem Herzen, ruft, es belfe ibr Alles nichts, sie miisse doch sterben. - Angstanfaidle, verliert das Bewusstsein, bekommt Convulsionen in den obern Extremitaiten. Nach Aeon. 2-. fiel sie in Schium mer, und erwachte mit neuer Heiterkeit. Arch. 9.

Page  6

6 Seelenst6rungen. - Anac. B. C. - Ars. A. er, es komme nicht in den Leib, und nutze ihm nichts, indem. sein Magen verreist sei, oder noch Jemarid in ibm stecke, der alles wegscblucke. Jpec. Ver. Bell. besserten wenig, aber Anac. 6 heilte schinell. N. Arch. 3. 1. 23. Wahle. 4. Eine WittwNe, 64 Jahr, verfiel nach unverdienter Kraiinkung in Zustand von Geistesverwirrung, schwatzte bestaiindig in duminen, unvernuinftigen Redeusarten, und ward durch Anac go. hinnen vierzehn Tag

Page  7

Seelenstiirunqen. - Ars. B. I B. Einzelne FA,11e. 6. Ein robuster Mann, 32 Jahr, litt seit mebreren Jabren an AnDillen von Melancholie, die 6 bis 8 Tage anhielten, und alien allopath. Mittein trotzten. Syrnpt.: Am Tage bat er Angst, die er damit vergleicht, -vie sie ein Mu-rder haben miisse. - Die Angst jagt ihn von einem Ort zum andern, es ist ibm unmiiglich eine Vierteistunde an einem Platze rubig zu bleiben. Er kann sich der Thrhinen nicht enthalten, muss oft laut weinen, - scheut si

Page  8

6 Seelensthirningen. - Ars. C. - Aur. A. B, C. Rfickblick. Eigenthiimlich ist in den drei vorliegenden Fallen, bei verschiedenen in Begleitung auftretenden kiUperlicben Beschwerden, die ungemeine innerliche Angst, Furcht vor Alleinsein, am Tage and in der Nacbt, weiches die Kranken, bei iibrigens klarem Bewusstsein, zum Selbstmord antreibt, oder, dass sie Alle, wie von biisem Gewissen geplagt, ur Verzeihung bitten mo-chten. Die Gabe war 24 und 30. mit baldigem giinstigen Erfoig. Unverkennb

Page  9

Seetenstdrungen. - Aur. B. C. - Baryt. - Belladonna. A.9 aingstliche schreckhafte Tra*ume, Mattigkeit, Abmagerung, Fru**hseliweiss, schmerzbafte Menstruat. Arch. 12. 3. 141. Seidel. Vergi Nr. 1Q' 7, wo emn mit vieler Selbstachtung begabter Leh-.e, sich nach Krdiiikung mit einem schwachen B~and. zu erwiige sucbte., Nach 2. Gab. Aur. 3. -war er geheilt. C. RU-ckblick. Es bedarf noch mebrerer Erfabrungen, urn em Urtheil fallen zu koeinnein, wo das Mittel passt, unDd weiche ilirnorgane es berii

Page  10

10 10 Seetenstdrungen. - Belladonna. A. B. Abdominal -Zustand ausgebildet baben, und bei denen sich krampfhafte Zust'hinde im Halse und der Blase, so wie gastrische Beschwerden zeigen. Ferner empfiehlt er sie bei verliebier ]Jlelancholie, wobei auch das Ges chlIe Chts system mit aufgere gt ist,' - bei Heinzwelt und geschwhichtern Gedaicbtniss - mid bei Melancholie in der Schiwangerschaft unid nach dein Wochenbett. Hliufiger aber nioch finden sie Anwendung bei der Narrheit mid

Page  11

Seelenstbrungen. - Belladonna. B. II Umgebung, jedesmal beim Eintritt der Menstr. Spuren von Ausgelassenheit und Atbernheit, ein Zustand der nach und nach in voltkommene Manie ausartete, und trotz alter allopath. Bebandtlung in erhi*hterem Grade zuriickkehrte. Sympt.: Plappern, Lachen, Weinen, Schirpfen, bald Verkriechen, bald Anftlle von Wuth, Anspeien der sie umgebenden Personen. - Abreissen ihrer Kleidungsstiicke. Dabei langsamer aber im Anfalt beschleunigter Puts. Harter, aufgetri

Page  12

12 12 Seelens tb rung en. - Belladonna. B. 15. Emn Mann,. 28 Jahr, kra-ftigen Ki;rpers, choler. Temperam. verfiel ohne bekannte Ursache in Manie. S~ympt.: Er zankt, lhirmt, sucht seine Frau zu ermorden-,hat emn fiirchterliches trotzig-Thngstliches Aussehen, die Augen gIainzen., die Albuginea, ist ger~itet,, -.seine Antworten sind barsch, trotzig und sehr kurz abgehrochen, o~fters drohend. Dabei Ocdein. am Unterleib und Schenkein., mit rothen Punkten besetzt. Bell. 12. 1 T

Page  13

Seelenshirungen. - Belladonna. B. 1 13 1st sie allein, miacht sie ki~cherliche Possen, dreht den IM'und nach alien Riebitungen.- Geld wvirft sic zum Fenster hinaus. - Nienials aufgelegrt zu sprechen, gibt auf zwei- his dreiinaliges Fragen kaurn Antwort, und diese ist mit grossern Verdruss und Scbreien verbunden. Bell. 30. 2 Gb. binnen 14 Tagen gereicht, steilten sic voltkommen her. Annal. 4. 340. Sonnenberg. 19. Emn 29jaihriger Mann verfiel., nach getaiuschter Hoffnung u

Page  14

14 Seelenst6rungen. Belladonna. B. viel zu Leide gethan huitten. - Er glaubt, seine Frau umschwebe ihn und er biore ihre Stimme aus alien Gegenstmnden; meint, mit ihr zu beten und bald sterben zu miissen. - Kann wegen dieser Phantasien nicbt schlafen. - Aut der Brust frieselartiger, brennender Ausschlag. - Beim Treppensteigen grosse Mattigkeit in den Beinen, Glieder wie Blei, - Kopf schwier, als solite er abfallen. - Schwiarzwerden vor den Augen, und Schwindel helm Gehen, wie betrunken. -

Page  15

Seelenst6rungen. - Belladonna. B. 1 f5 stets, man solte ihr den riebtigen Arzt herbeischaffen. Wenn die IUmstehenden sich fiber gleichig~iltige, sic nicht betreffende, Dinge besprachen, mengte sic sich zuwieilen in dis Gesprcich und iiusserte sieh vernL*nftig. - Dalwi wilar sie stets barticibig und es zeigten sichi Congestionen nach dem, Kopf, mit Gesichtsrot~he. Beltandluhng: Vom. 6. Mai a. c. his 2. Juni erhielt sie melirere Gaben Veratrum, Pulsat. Nux vom. Hyose.

Page  16

16 16 Seelenstbrungen. - Belladonna. B. C. gehenden heran, so ii'berf~ilt ibn Angst, er muss 'ejien, dass er voriiher kommt. - Dann hi-uft er nach Hause und weint ii*ber sein Benebmen.I Bell. 8-0- und acht Tage spaiter N. vom. M5I helilten. ihn. Au~g. H. Ztg. 6. 213. Fielitz. Ausser diesen Fa*dlen wvard Bellad. angewendet in Nr. 3,. 7, 39, 41, 42, 56, 61, 71, 72, 88, 91., 94, 99, 101., 106. C. RU- ckblick. Bei Betraclitung vorstehender Fa*ille finden sich folgende Ergebnisse

Page  17

Seelenstdrungen. - Belladonna. C. f7 c. Auf die Faille, wo Belladonna mit wenig oder gar keinem Erfolge gereicht ward, so zeigt sich in: Nr. 100, elne -Unruke und Wehklagen, aus Besorgniss man werde ibm nicbt vergeben. - Nr. 91, Unrube, will fort, - aber ohne bemerkbare Angst, als Ursache, - Vergl. auch Nr. 72, 56. Nr. 7, Angst mit Drang zum Selbstmord, ohne Trieb zum Entfliehen. - Nr. 29, Zustand von Aufregung, sein Benebmen zeigt aber auf krankbaft erbu*bte Selbstachtung bin, als Ursach

Page  18

18 Seelenst6rungen. - Belladonna. C. - )Jryonia. - Calcarea. A. Heilung erfolgte unter 14 FMiden zeh-nmal zwvischen f und 14 Tagen, viermal zwischen 15 und 24 Tagen, sowohi bei FPil1en, die erst seit Kurzem entstanden wvaren, oder schon liinger bestanden. Das pa-ssend gewa**hlte Mittel beilte, die Gabe war weiche es wolite. Die Organe des Gehirns, die vorzugsweis e ergriffen waren, wo Bell. h~eilte, waren: 1. Der BekairipfungstrIe6 und Zerstf~rungstrie6 in aufgeregtemn Zustand, vergi. di

Page  19

Seetenstiirungen. - Calc. A. B. C. - Caust. A. 1 19 b. Aengstlichkeit, Schauder und Grausen, wenn der Abend nakt; - Angst durch Gedanken erregbar; Angst nach Anho-ruing von Grausamkeiten.- Anfaille von Verzweiflung iiber zerriittete Gesundheit; empfindliche Aergerlichkeit. Him. chr. kht. 2. 308. B. Eiuzelner Fall. 27. Eine schwaicblich reizbare Frau, 35 Jahr, Iitt seit 4 Jahren nach-dern Wochenbett an Melancholie. Vorher Puls. u. Suiph. mnit wenig Erfoig. Sympt.: Schrecklicbe

Page  20

20 Seelenstirungen. - China. - Crocus. - CoccuL1us. 10. China. Einzelner Fall. 27. Ein junger kraiftiger Mann verfiel, ohne Vorboten, in ganz regelmaissigem Tertian-Typus, Morgens 11 Uhr, in einen maniakaIischen Zustand, er wusste nichts nehr von sich, sprach und trieb in einem Zustand von Aufregung winres Zeug, rannte bin und her u. s. w. Das dauerte eine Stunde mit allmailiger Steigerung und Abnahme und verschwand dann, ohne dass der Kranke elne dentliche Erinnerung batte. Nach China, in

Page  21

~:~ ~ \i -;I ~'; 6 Ir ir il\ ~e Seelenst6rungen. - Coccut. - Coniur. A. B. 21 diese Beziehung auf. Irrenairzte miigen darauf aufmerksam sein und die Cocculuswvirkungen ins Auge fassen hei Psychopathien, cinerseits iiberreitzter, andererseits abgespannter Stabenhocker und Biicherwiirmer, empfindsamen Romanheldinnen und schwelgenden Mondscheinnaturen, deren Menstruation nicht so regelmanssig und ruhig vor sich zu geben pflegt, wie der Mondlauf. Psychopathie mit Schlwindel, stetem Hang

Page  22

22 22 Seelenst~rungen. - Cronium. B. C. - Cuprum. 4. B. Mebrere Gaben Bell. batten keinen Erfoig. Nun ward Co-nium 8, jeden vierten Tag 2 Tropfen gereicht. Scion nach. der zwveiten Gabe war er geheilt. Das Mittel ward aber zur Vorsicht mehrere Monate in kleineren und selteneren Gaben fortgegebein. Aulg. HI. Ztg. 9. 196. Elvvert. 30. Eine geistreiche, lebendige Dame, an vergrii*sserter Milz leidend., verfiel aller 14 Tage in melanciol. Stimmung. Syrnpt.: Seir Ungla*cklicie Stimniun

Page  23

Seelenst6rungen. - Cuprum. B. 23 Kopf schwer, eingenommen. - Stuhigang- nur alter 3 his 4 Tage. - Scblaflosigkeit, schweres Einschlafen, erst gegen 2 Ubr Morgens. - Sieben Tage nach gereichtem Cuprum 80o0 war die Gemiithsstimmung besser, und Suiph. 1200. vollendete die Ileitung. AMg. H. Ztg. 34. 338.. Crosserio. 32. Ein Lungensiichtiger verfiel in Paroxysmen von Angst, wenn -das-Lungenteiden in den Hintergrund trat. Syrnpt.: Fixe Idee, dass er Gerichtspersonen sah, welche ihn der Gericht

Page  24

9A.#Of= Seelenstlrungen. - Cuprurn. B. C. - Hepar. 35. Nach Verschwinden eines Gesichtsrothlaufes trat bei einer Frau Manie von auffallender Aengstlichkeit begleitet, auf. Sympt.: Pulsiren in den Pricordien und auffallende Aengstlichkeit, so dass sie sich nicht zu lassen wusste. - Kennt ihre Bekannten, selbst ihren Mann und Sohn nicht mehr. Spricht viel Verworrenes, mitunter wirklich Laicherliches unter einander, dann schien sie wieder in sich versunken, liess sich aber durch Unterhaltun