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D)IE THERAPIE NACH DEN GRUNDSATZEN DER HOMOOPATHIE.

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PIfE THIERAPIE WACII DEN GRUNDSATZEN DER HOMOOPATIJIE-' BEARBEITET VON DR. BERNHARD BAHR, KONIGL. HANNOV. SANITATSRATH. ZWEITER BAND..LEIPZIG, T. 0. WEI GEL. 1866.

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Inhalt des zweiten Bandes. VII. Abschnitt. Krankheiten der Sexualorgane A. Krankheiten der mlijnlichen Genitalien. 1. Urethritis..................... 2. Orchitis....................... 3. Spermatorrhie............sa..... B. Krankheiten der weiblichon Sexualorgane. I. Katarrh der Genitalschileimhaut. 2. Metritis............. 3. Metritis puerperalis............... 4. Gophoritis.................... 5. Meustruationsanomalien............ 6. Metrorrhagie............. 7. Carcinoma uteri.......... 8.

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VIII Inhalt. Seite C. Constitutionskrankheiten ohne bestimmte Infection. 1. Chlorosis..................................646 2. Rheuma....................... 653 3. Arthritis......................... 663 4. Hydropsia........................668 5. Scrofulosis................672 6. Tuberculosis...................679

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V1I. Ahschuitt. Krankheiten der Sexualorgane. A. Krankheiten der utnAnnlichen Genitalien. 1. Urethritis. Gonorrho-e, Tripper, Entziindung - Katarrh der Harnr~hre. Wir wiirden hier einen Unterschied zwischen dem virulenten und nicht virulenten Tripper gemacht haben, wenn der letztere nicht eine so ausserordentlich unsicher zu bestimme-nde unul ausserdem. so'seltene iKrankheit wi~re, deren kurze Erwiihnung genilgen kann. Act010 g i e. Der nioht virulente Tripper entsteht Jurch den Reiz fremcler X

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2 Kranklheiten der mhnnlichen Genitalien. sen, un die Ansteckung mbglich zu machen, ist nicht zn sagen; -wir wissen nur, dass dasselbe Frauenzimrner den Einen inficirt, den Andern nicht. MDA1glich 1st es, dass dabei das Maass geschlechtlicher Erregung eine Rolle spielt; es ist mindestens auffallend, dass so leicht Neulinge inficirt wercien.. eber die Natur des Trippercontagiums sind die Acten lhngst noch nicit geschlossen. Miianche Idugnen ga-nz eine spe'cifisohe Natur desselben und stellen

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Urethritis. 3 )ollutionen im Gefolge. - Nach wenigen Tagen schon wird der Kitzel immer mehr zum Schraerz, der Urindrang immer hiuflger, und beim Urinlassen der Schnerz immer mehr brennend und unertrdglich, so dass der Harn, von dem nur wenige Tropfen entleert werden, wie FEuer zu sein scheint. iKommt der Hirn in grbsserer Menge, so sind wiihrend des Lassens die Schmerzenertrdiglich,, desto schlimmer aber gleich nach der Entleerung. Ausserdem macht der concentrirte Harn vermehrten Schmerz

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4 4 Krankheiten ler mItinilichen Ge-iitalien. der schmerzhaft, dagegen zeigen sich leichter Pollutionen, die gewbhnlich eine kurze Verschlimmerung nach sich ziehen. Pas weisse Secret macht in der Wiische graue steife Flecken mit einem gelblichen Mlittelpunkte. Tmin giilnstigell Falle h6rt nach 5 bis 7 Yfochen unter allmahligem iNachiass die gauze lKrankheit auf. Em- so einfacher und giinstiger Verlauf gehiirt aber keineswegs zur liegel urd gew6lhnlich findet sich eine oder die andere

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Urethritis. TPripper, dessen Eigenthiimlichkeit in ginzlichem oder theilweisem Mangel aller entziindiichen Erseheinungen besteht, kommt nicht oft vor uni wird fast nur bei solehen Individuen beobachtet, die nicht zu-m ersten Male die Krankheit haben. benn es lMsst sich nicht liugnen, dass durch Mftere Trippererkrankung und vorziiglich durch die damit verk-niipften hiuflgen Aetzungen cder Urethralschleimhaut die Disposition filr den entziindlichen Tripper verringert wird. Eine der peinliohsten

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Krankheiten der miinnlichen Genitalien. Unter den Nachkrankheiten, die sich auf Blase, Prostata etc. beziehen' k6nnen, ist ffir uns nur die Stricturenbildung bemerkenswerth. Diese beruht einmal- auf narbiger Contraction, und 1st dann wohi nur durch mechanische lliilfsmittel zu beseitigen, oder aber auf Infiltration und nachfolgencer schwielenartiger iypertrophie des die Harnr6hre umgebenden Gewebes, wo man sie dann oft als harte Thdngliche Geschwulst von aussen zu ffihlen vermag. Wir miisse

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U~rethritis. '7 stens ffur sich, dass sie sich auf vielfache Analogien stiitzt, \vdhrend die andere zu ibrem Beweise eine unendliche Mlasse ganz unerwiesener Hypothesen voraussetzt oder gebraucht. Man kann die Anhinger derselben am leiohtesten daduroh schlagen, dass man ihnen den Beweis aufgiebt, einen Fall von Tripperseuche vorzufiihren. Existirte sie, so miisste sie unter den Tausenden gonorrhoisoh Erkrankter doch leicht zu einigen Dutzenden von Exemplaren aufgefunden werden k6nnen. Und f

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8; Krankheiten der ninnlichen Genitalien. durchdringen, sondern nur die Iarnorgane brtlich zu reizen. Sic weichen entweder einer Gabe von einem Tropfen frisehen Petersiliensaftes (Succus Petroselini), wenn der bftere Harudrang seinen Gebrauch anzeigt, oder einer kleineren -abe des in Weingeist aufgelijsten Kopahu-Balsams (Balsamus Copaivae, der in Weingeist nur in kleiner Menge aufgel6st wiri) - etva einen Tropfen solcher Kopahu- Tinctur, wenn nicht eine grbssere Entziindungl der Harnorga

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Uretbritis. 9 d~n mit der Haupflkrankheit (Sycosis), gegen welohe die Cur gerichtet sein muss, bei einer richtigen Behandlung beweist." Imi Vorstehenden ist deutlich ge-nug die Ansicht von einer sogen. Tripperseuche atisgesprochen, ilber die, wir sdhon weiter oben unsere Ansicht clargelegt haben. Man sieht nur zu kiar, class das Feigwarzen - Miasma nur entstanden ist aus der Verlegenheit, den oftmals eigenthilmlichen und langwierigen Verlauf der G-onorrh6e zu erkliiren; es ist aber doch wol

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10 10Krankheiten der miinnlichen Genitalien. her nicht nicht bei jedem der folgenden Mittel eine Motivirung durch Aufzihlung der einzelnen Symptome. FUr das erste Stadium des rein auftretenden' Trippers giebt es kein besseres Simile und kein besseres ieilmittel als den lifercurius solubilis. Wir finden bei diesem Mittel die gauze Symptomengruppe: Kiitzel in der llarnrbhre beim Befiihlen, beim Earnen, wohlliistiger Art, mit stark erregtem Geschlechtstriebe; griinlich-gelbe eitrige Absonder

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Urethritis. 11 bez~iohnend, aber der erzielte Erfoig in sehr vielen Fdilln emn auffallend giinstig'er. Mlan giebt die Schwefelleber, sobald der *Ausfiuss die weisse Farbe annimmt und die Sohmerzen nachias'Senl, was in 4cr IRegel gegen den 9. bis 10. Tag 4er Fall seiii wird. Unter dem consequenten Fortgebranche dieser Arznei,wird in einer grossen Zahi von FhIllen mit dem Ablauf dler vierten Woohe der Abiluss ganz anfhiircn oder so gering werden, dass er kaum nioch Schmraezen verursacht;

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12 Krankheiten der ninnliohen Genitalien. lichen Zustand ibergegangen oler bestehen sie schon sehr lange Zeit unverkndert, so 1st Clemratis erecta oder Kali jodatum? dagegen anznwenden. 'Die Chorda erfordert keine besonderen MAlittel, da dem 0rundilbel derselben der Mercur am besten entgegengesetzt wird. Treten die Erectionen sehr biinfig und anhaltend dabei ein, so kdnnen die Canthariden vorzilglicher wirken. Die blutige Beimisohung zum Ansfiuss ist einral kein alarmirences Symptom, kommt

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Urethritis. 13 entlprochen, da es jetzt aligemeiner durchaus nicht gebraucht wirc. Auch gegen die acute Form wurde es empfohlen, besonders wenn der Blasenhals stark ergriffen ist. Hier collidirt auch Capsicumn. - Sulfur leistet bisweilen dann noch etwas, wenn alle andera Mittel erfolgios geblieben sind, Jock ist mit einiger Sicherheit auf seinen Nutzen nickt zu recknen. Wicdktig ist er dann, wenn Stricturenc durch chronisch entziindliche Infiltration vorhanden sind. Gegen diesen Zustand sin

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14 1iKanrakheiten cler minnlicb en Genitalien. den Anh~ngern der Coupirmethode entsohieden gel~ugnet. - Die adstringirenden Einspritzungen, geemacht erst wenn das entziindliche Stadium so ziemlich vorilber ist, haben ebenfalls oft giinstigen Erfoig und jedenfalls seltener b6se Nebeneinwirkuung; sicher sini sie aber durchaus nicht und mancher Kranke sieht zu seinem Schrecken den Tripper mit erneuter Stcirke fliessen, nachdem der Ausfiuss meh'bere Tage anfgeh6rt hatte. - Die Anwendung endl

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Urethritis. 15 Iine wNiichtige Rolle spielt hei der Gonorrhbe die Lebensweise des Kranken. Die Ansiclten der Aerzte sind dariiber selir verschieden, und manche quiflen durch diitetische Regein die Patienten wirklich bis auf's Blut. Hinreichend zahlreiche Experimente halen uns bewiesen, dass so viel Sorgfalt und Aengstlichikeit gar nicht nbthig ist. - Der Kranke k-ann ganz dreist sich bewevgen, nur hilte er sich vor allen anstrengenden Bewvegungen, scbriýnke idberhaupt sein Gehen ml6glichst

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16 16Krankheiten der mIiinnliohen G enitalien. pital gesohickt haben wiirde, und die ihren ganzen Dienst versehen laben, was z. B. fiir einen Artilleristen viel sagen will. Bei keinem von ihnen habe ich Gelegenheit gehabt, eine Uibele Folge davon zu beobachten. - Es versteht sich wvohi von selbst, dass alle diese Anordnungen zu veriindern sind, sobald eirie wichtige Complication bei cer Gonorrh6e hinzutritt. Anch beini Nachtripper ist, so lange derselbe noch einigermassen frisoh ist, der o

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Orchids. 17 influeniciit wird. Ueber diesen letztern Punkt fehien noch die Belege duroh genilgende Prilfung an 0-esunden. Es ist jedenfalls auffallend, dass so sehr oft gleich nach 4cmi Gebrauche jener beiden Mittel Orchiti ensetiudds an clieselbe so sehr selten, und nur auf nach-weisbare Fehiler von Seiten des Kranken, bei rei e homiiopathischer Bebandlung beobachtet. Es wiire gew iss dei Mfiihe werth, diesem Verbiiltniss ei-nmal ge-nauer nachzufoisohen, da darin noch urn so mehr

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is 18 Xrankheite-n der mninnlichen Genitalien. den zelinten Tag, oft tritt sehon am vierten die Besserung eim. Diese ist aber keine rasehe, da gew6hnlich' Wochen vergehen ` ehe der loden auf seine friihere G-r6sse zurfiekgeht; hiiufig genug bleibt auch eine sehr hart-nackige llodengesch-wulst zurijek. B e h a n d I u n g. Tm Beginne der llodenentzii-ndung ist nach den sehrjibereinstimme-nde-n Erfahrungen Aller Mercurius solubiuis oder vir-us das beste und sieherste Mlittel, und urn s

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Spermatorrhode. 19 Belladonna, Bryonia neben den zu~i~st genannten Mittein vorzuziehen. Mit diesen Mittein haben wir zugleich die Arzneien angegeben, welche in chronisohen, prim~ren IHodenanschwellungen zu versuchen sind. Viele von ihnen lassen freilich keine I-offnung auf giinstigen Erfoig zu, so besonders die nicht seltene tuberculbse Geschwulst der loden, aber in einzelnen oft schon lange bestehenden NIsst sich bisweilen ein wunderbar rascher Erfolg erzielen. - Von -iusseren Mittein s

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.i. 0Krankheiten der inhnnlichen 0-enitalien. Bereich des Normalen. Elne G-renze kann nur der Umstanid bestifamen, oh den Erseheinurigen in der Genitalsphire kranlkhafte Allgemeinerseheirungen folgen oder nicht, oder im andern Falle, ob durch die localen Erscheinmngen die Fiihigkeit des IMannes zur Zeugung wirklic~h beeintriichtigt, resp. aufgehoben wird. Die Aetiologie der hieher gehl6renden Zustinde ist filr afle so ziemlich dieselbe. -- Sdhwiich ende Allgerneinkrankheiten, auch acute Ieb

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Spermaitorrhb~e. '21 des Kopfweh; Schwindel-i Reizbarkeit und Empfindlichkeit, Alenschenscheu, Arbeitsunlust, und nach lingerer Dauer Stbrungen des Appetits und der \erdauung, sowie Beeintrkichtigung der Ern~hrung. Die eigentliche S p ermatorrh 6e besteht in einem kuslaufen des Sperma bei jeder Harnentleerunag, beim. Stuhigange, ohne aile Veranlassung oder bei den gringsten Erectionen. Die bbsen YFolgen des Verlustes treten hier noch rasoher ein, als bei den Pollutionen, desshaib wohi haupt

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lýrankheiten cler incaninlichen G-onitalien. Hileirnittel eine sehr bedleutsanze iRolle; -wir stellen sie desshalb hier voran. iiMIan icanri ima Ailgemeinen nioht sagen, jene krankhaften Znstiinde erheisohen stet in ntziehende magere odor eine sehr nalirhafte Kost. M1ancher leidet eben nor desshalb an Sohwkohe der G-enitalien, besonders aber an Oiermý.ssigen IPolintionen, -\eil er zu. gut lebt; es ist vbll1ig irrig, zu glaubon, dass die nahrhafte' Kost den Verlust wieder ersetze, da olfenb

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Ur~ethriti6. 29 wurzeln als wirklioh sind. Eine Unzahl Hypochonder sind es nur, weil sie clurch die Lecture der jetzt so beliebten Bidcher eine HIbllenangst vor den Folgen friiherer Ausschweifungen be'kommen haben. Ermuthigencler Zuspruch wirkt bei ihnen gewiss mehr, als alle Arznei. Ebeaso heilt man den Onanisten,leichter durch ernsten trbstenden Zuspruch, als durch Ausmalung 1.aller der 'mgliohen Folgen des begangenen Fehiers. - Aligemein gescgt, ist es bei allen Schw~iihezustiinden in

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24 24 Krankheiten der mchnnlic-hen Genitalien. Schwa~che Zn mehr oder mintlr vollstiindiger Irnpotenz steigert: Agnus castus, Cannabis, Baryta, Capsicumn annuum, Lycopodium und Natrum muriaticurn. Die Satyriasis entspricht zumeist den Cantharides und dern Phosphor, dem letztern dann besonders, wenn Leiden des centralen Kervensystems die Ursache sind. Die Folgen der Onaniie sinci so mannigfaltig, dass hier nicht alle dagegen sich eignenden Mittel angefifihrt wercier k6nnen, wir haben

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B. Iirankhei ten der weiblichen Sexualorgane. 1. Katarrh-der G-enitals chl eirnhaut, Fluor albus, Leucorrhoea, Weissfluss. Beim Katarrh der weiblichen 0-enitalien ist emn Untersehieci zwischen dem einfachen unci dem virulenten Zn machen.. Der virulante Katarrh, der Tripper des Weibes, entsteht wie -beim Manne lediglich durch infection mit Trippersecret', niemals abei, aus einer Siteigerung des einfachen Katarrhs. - Dieser ist eine der gewbh-nlichsten krankhaften Stbrungen des weiblichen Gesch

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2 6 Kranlkb citon der weiblichen Sexualorgane. struation, jedoch auch nicht so selten schon bei Kinde-n, und ziemlich oft bei nicht rehr menstruirten Franen; jedoch ur so seitner, je lhnger die M-'enses aufgehbrt haben. In rein syiptoruatisoher Weise findet sich ein meist ziemlich intensiver Katarrh bei G-esobhwiilsten in der Uterinhbhle. Sym p to ine. P Der einfache acute Katarrh ist im G0anzen ein sehr seltenes Leiden. Da er bis auf geringe Untersohiede, vorziiglich betreffs der Inten

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Kiatcarrh der Genitalsehleimhiant. 2 27 den Frauen selbst nicht als etwas Krankhaftes angesehen. Nur aas Uebermaass der Secretion oder ihr Vorkommen bei iKindern giebt G-rund, einen wirkijob krankhaften Process anzunehmen. - Unter etweichen der obena angegebenen Schidlichkeiten wird eim anfcnl h azigoite ufuss allmdhlig irurner stdirker und ~.zeigt jinmer mehr Einfiuss auf das Algoemeinbefinden. - Der Ausfiuss ist. bald glasig, bald milebig, seltener eiterartig; sein

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28 Krankheiten der weiblichen Sexualorgane. ableitet, oder die ailgemeinen Beschwerden von der Geschwiirsbildung. Wesshalb soilte das nun gerade beim Uterinkatarrh der Fall sein? Es ist allerdings nicht abzustreiten, dass die letztgenannte Geschwiirsform eine gewisse Schmerzhaftigkeit bedingt, besonders beim Coitus, auch leicit zu geringen Blutungen Veranlassung -kird, ob aber daclurch das Aligemeinbelinden so sehr ergriffen wirci, das ist loch sehr fraglich. Es ist doch viel natih'lic

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'iatarrh der Gel italsohleimhaut. 29 29 stirksten*treten die schli-immen Folgen der i irankieit dann hervor, wenn sie mit stetem Kitzel der Genitalien und stark erh6lhtem Geschleohtstridbe verbunden ist. Es wird dadurlch am schnellsten das Kervensystem angegriffdn. Behandinng. Es ist ffur die richtige Mifitteiwahi nicht so iiberaus -wioitig, mit Sicherheit zu wissen, ob ein acuter Vaginalkatarrh virulent sei oder nicht; gewbhnlich liisst sich das scion so ziemlich ans den Symp

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.Katarrh der Geiiitalsohleimhaut. 3 31 Mittel als Beihilife anizuwenden vermag. Wir geben die Mittel meist nur deml' Namen nach an, weil es unthiunlich ist, fMr jedes die Symptoune anzugebein, da zur Heilung eine dusserst gena'ue Vergicichungr der krankhaften Erseheinungen mit den Mittein dringend n6thig 1st; ein gutes Repertorium leistet in soichen Fiillen die besten IDienste, urn so mehr, als die Zahi der nach ihren Syinptomen hier einschliiglichen. M-ittel wirkijelh Legion

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32 iKrankbeiten der weiblichen Sexualorgane. die S_'cbuld. des Erkrarikens triigt. Mlan sieht dann leicht wahre W\underdinge nach Badereisen etc. und soilte doch bedenken, dass derselbe Erfoig irn Hause dureli verniinftiges Leben erzielt werden k6nne. - Die wirkliejb vorziiglichen Ifeilcinellen hier niiher anzugeben liegt nicht ira Zwecke, -nur das woilten wir bemerken, dass gegen die hartuiickigsten -Uterinkatarrhe Salzbdicer oft -vortrefflich sind, entsprechend den Auzeigen, weiche uns

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Ivetritis. 33 S y m pt o me und V er 1 au f. Gew6hnlich beginnt die Krankheit mit einem deutliohen Fieberfroste, dem sogleich Schmerzen in dem erkrankten Organe folgen. Diese sind bei Ergriffensein des Parenohyms allein gew6hnlich nicht sehr heftig, drilokend, bohrend, klopfencl oder stechend, sitzen tief im Beoken, sind verbunden mit einem hbchst peinlichen Gefiihl von Drdingen nach unten, schwachen Wehen iihnlich, werden duroh feste 3eriihrung des Leibes, durch starke Respirationsbewegung

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34 Xrankheiten der weibliohen Sexualorgane. bedeutend versohlimmert wird. Dann wird das Krankheitsbild las der diffusen Peritonitis mit sehr zweifelhafter Prognose. In einem soichen Falle bei einer jungen, kriftigen Frau, die nioht schwanger, auch nicht w~hrend der Menstruation erkrankt war, trat gegen den zehnten Tag eine so ausserordentlich copi6se Ertleerung dilnuen Eiters aus der Vagina fUr drei ganze Tage ein, dass nicht genug Unterlagen besohaift wercen konnten; hinterher* folgte

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Aletritis. 35 WhIlirenl und vor der Menstruation nehmen sie aber stets zu und werden dann oft sehr heftig und zu wahrer Uteruskolik. - In h6hern Graden der Erkrankung zeigt sich leiclt vbllige Suppressio mensium, wobei zur Mlenstrualzeit sich heftige Schmerzen einstellen, als wollte die Blutung eintreten. - Das Ailgemeinbefinden leidet stets in erheblicherer Weise, und hier besonders treffen wir fast regelmhssig die als hysterische bezeichneten Kervenleiden an. 1st die Anschwellung bedeuten

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36 Krankheiten der weiblichen Sexualorgane. Gaben Aconit voranznschicken. F&r Nux vomica passenle charakteristische Zeichen sind: empflndlich drilekende Schmerzen iUber den Schambeinen, die durch b ssern Pruck uni die innere lUntersuchung gesteigert werden; heftige Kreuz- und LendenSchmerzen; Stuhlverstopfurig oder mit brennend stechenden Schmerzen verbundene harte Stuhlausleerungen, schmerzhaftes Uriniren oler Urinverhaltung; stechender und Zerschlagenheitsschmerz des Unterleibes

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Al~etritis. 37 stehenden Passus, weil wir glauben, bei nnge]6ster Placenta unter solohen Erscheinungen eine rein puerperale Erkrankung annehmen zu miissen; die niclt hieher gehbrt. - Ohne Zweifel ist Belladonna, wo eine. 1VMetritis einigermassen heftig auftritt, das passendste Mittel, und selbst der Nux vom. vorzuziehen, ganz besonders, wenn die Entziindung die Menstruation unterbroohen hat. Auoh gegen die zur Zeit der Menses auftretende Metrorrhagie wird kaum ein Mittel besser indicirt se

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38 Kranliheiten der weibliohen Sexualorgane. tis wNird dies Mittel anwendbar sein, worauf man schliessen darf, weil die in-verbrecherischer Absicht gebrauchte Sabina so leicht entziindliche Znsthinde der G3ebhrmutter erzeugt. Weitere hier passende Mittel linden sich entweder unter den im folgenden Capitel beim IPuerperalfieber angegebenen, oder - ffir die Besiduen der Metritis - beim. Katarrh der Genitalschleimhaut, oler endlich, wo das Peritondium in hdherm Grade afficirt ist, bei d