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Author: Peter Moritz
Title: Deutsche Einheit
Publication Info: Ann Arbor, MI: MPublishing, University of Michigan Library
August 2001
Availability:

This work is protected by copyright and may be linked to without seeking permission. Permission must be received for subsequent distribution in print or electronically. Please contact mpub-help@umich.edu for more information.

Source: Deutsche Einheit
Peter Moritz


vol. 4, no. 2, August 2001
Article Type: Site Review
URL: http://hdl.handle.net/2027/spo.3310410.0004.216

Deutsche Einheit

Peter Moritz

Directmedia Publishing GmbH, Berlin 1999, Digitale Bibliothek 21, 1 CD-ROM, 49.90 DM, ISBN 3-938544-27-7.

Deutsche Einheit, CD-Rom-Edition, is the 21st part of the "Digitale Bibliothek. The editors provide you with a collection of the most interesting files, transcribed, from the Bundeskanzleramt, beginning with a visit of President Bush in May 1989, ending in October 1990, prior to the reunification. Although it was not possible for the editors to work with other important archives, such as the archive of the "Bundestag" and the archives of the secretary of state and the secretary of the interior. In an easy to use environment they assist you with some very helpful features, e.g. a comfortable function to find quick specific parts of the text. You are provided with an interesting collection, offering you a deep look into the events in a time that changed a whole continent, but considering the choice, this CD-Rom is of interested not so much for historians, except the great features, but for the people, that are interested in historic details.

Deutsche Einheit Dokumente zur Deutschlandpolitik

Sonderedition aus den Akten des Bundeskanzleramtes 1989/90;  Herausgegeben vom Bundesministerium des Innern unter Mitwirkung des Bundesarchivs, bearbeitet von Hanns Jrgen Ksters und Daniel Hofmann; Directmedia Publishing GmbH; Berlin 1999; Digitale Bibliothek 21; 1 CD-Rom, 49,90; ISBN 3-932544-27-7.

CDs für Menschen, die Bücher lesen, so werden die Editionen der Digitalen Bibliothek im Internet beworben. Aus diesem Satz wird klar, wozu die CD-Roms, die der Digitalen Bibliothek und die anderer Verlage, benutzt werden: als Ergänzung zum Buch, als Hilfsmittel. Noch sind die technischen Voraussetzungen nicht so, daß man es dem Leser zumuten könnte, Bücher am Bildschirm zu lesen.

Der Digitalen Bibliothek ist es in ihrem 21 Band gelungen die spannenden Monate der Jahre 1989/90 durch eine Sonderedition aus den Akten des Bundeskanzleramtes zu dokumentieren. Herausgegeben wird die Edition vom Bundesministerium des Innern unter Zusammenarbeit des Bundesarchivs. Die digitale Ausgabe umfaßt den vollständigen Text der Buchausgabe, die 1998 im R. Oldenbourg Verlag, München erschienen ist, immerhin 1667 Seiten. Die Edition wurde sanft an die Vorzüge der Digitalen Bibliothek angepaßt, verzichtet wurde auf das Sachregister, da die umfangreiche Suchfunktion dieses völlig ersetzt, das "Verzeichnis der Dokument" wurden durch den Inhaltsbaum ersetzt. Die in der Buchausgabe grau gerasterten Textstellen erscheinen in einer Sonderfarbe, die Fußnotenzählung in den Hauptdokumenten und Anhängen erfolgt separat. Interessant ist die CD-Rom sicherlich nicht nur für Historiker, sondern auch für geschichtsinteressierte Laien. Die CD-Rom eignet

Die CD-Rom setzt zwei Schwerpunkte, zum einen den die Edition einführenden Aufsatz Hanns Jürgen Küsters und zum anderen 430 transkribierte Dokumente beginnend mit einem Gespräch des Bundeskanzlers Kohl mit Präsident Bush in erweitertem Kreise, Bonn, 30. Mai 1989 bis zu einer Vorlage des Ministerialdirigenten Duisberg an Bundeskanzler Kohl, Bonn, 1. Oktober 1990. Darüber hinaus aber auch noch — und das macht die Edition besonders interessant — 24 Dokumente als Faksimiles, mit Handschriftlichen Notizen. Das wirklich erstaunliche an der Sammlung ist aber die Tatsache, daß mit Hinblick auf das öffentliche Interesse, die Sperrfrist aufgehoben wurde, die sonst für derartige Akten gilt. Trotzdem darf man nicht aus den Augen verlieren, daß es sich hier um eine Auswahl handelt und nur die "einschlägigen Quellen" des Bundeskanzleramtes gesichtet wurden. Interessant für die Zukunft wäre die Erweiterung des Materials durch Akten andere

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Seitenaufbau der Digitalen Bibliothek. auf der linken Seite der Verzeichnisbaum mit Optionen auf der rechten Seite der Text.
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Eines der Dokumente als Faksimile, hier Gesprächsführungsunterlagen mit hs. Notizen Helmut Kohls.

Trotz der heutigen Systemmöglichkeiten sind die Systemvoraussetzungen der Digitalen Bibliothek dankenswerterweise sehr gering. Ein PC ab 486er, mit 8 MB RAM, eine Grafikkarte ab 640x480, 256 Farben und ein CD-ROM Laufwerk genügen, um das Programm abzuspielen. Als Systemplattform reicht bereits Windows 3.11. Das Programm läuft aber auch unter Windows 95, 98 und NT. Die Installationssoftware ist leicht zu handhaben. Einmal installiert kann man alle Ausgaben der Digitalen Bibliothek abspielen. Ein Update dieses Programms, übrigens eine Eigenprogrammierung, befindet sich auf neueren Ausgaben oder auf der Homepage des Verlages. Die Benutzeroberfläche ist freundlich gestaltet und den Programmierern gelingt es annähernd, das Problem "Lost in Hyperspace" — dieses sich nicht zurechtfinden in digitalen Texten - zu lösen, indem sie den Bildschirm vertikal, aber in der Größe der einzelnen Segmente wiederum variabel, aufteilen. Im linken Teil befinden sich die B

Abschließend muß aber auch auf ein paar kleine Schwächen hingewiesen werden. Da wäre zum einen die Druckersteuerung. Die Digitale Bibliothek hat ein festes Seitenformat, und deshalb kann eine freie Gestaltung der Texte für den Ausdruck nicht angeboten werden, was den Benutzer etwas einschränkt. Einmal markierte Textstellen lassen sich nur kopieren, nachdem die Markierungen wieder rückgängig gemacht worden sind. Zum anderen funktionieren die gewohnten Windows Short-Cuts (z.B. "Strg + c" für Kopieren) nicht. Darüber hinaus fehlen auch die Zeichenerklärungen, die z.B. in MS WORD automatisch, beim Ansteuern eines Symbols mit der Maus, erscheinen.

Peter Moritz,
Frankfurt am Main