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ï~~Bulletin of the American Society of Papyrologists 47 (2010) 281-286 Friedhelm Hoffmann, Martina Minas-Nerpel, Stefan Pfeiffer, Die dreisprachige Stele des C. Cornelius Gallus. Obersetzung und Kommentar. Archiv ffir Papyrusforschung, Beiheft 9. Walter de Gruyter: Berlin, New York, 2009. xi + 225 pages + 14 plates. ISBN 978-3-11 -020120-8. Mehrsprachige epigraphische Quellen aus dem spaiten Agypten sind eher in der Minderzahl und bislang vielfach noch nicht ausreichend gewfirdigt. Die trilingue, in hieroglyphischem Agyptisch, Lateinisch und Griechisch abgefasste Stele des ersten Praifekten im rdmerzeitlichen Agypten ist dabei das einzige Zeugnis der Kombination dieser Sprachen. Die nun vorliegende, interdisziplinair angelegte Publikation bietet erstmalig eine Bearbeitung und Kommentierung des gesamten Textes sowie der sich aus dem Vergleich aller drei Inschriften ergebenden historisch-politischen Schluf3folgerungen. Das erste Kapitel,,Einleitung" (pp. 1-18) liefert eine detaillierte Forschungsgeschichte der Stele inklusive archaiologischem Kontext und zusammenfassender Beschreibung des Objektes. Solche genauen Beschreibungen auch mit Analyse der Herstellungstechniken fehlen leider bei den meisten Stelenpublikationen. Des Weiteren bieten die Autoren alle verfiigbaren Informationen fiber den Urheber des Objektes, C. Cornelius Gallus, der auch als Dichter in der romischen Welt bekannt war. Das zweite Kapitel (pp. 19-44) beschaiftigt sich mit dem aufflilligsten Merkmal der Stele, nimlich der - leider stark zerstorten - Darstellung eines Reiters auf einem Pferd in der Levade, der einen am Boden liegenden Gegner ersticht. Diese Szene findet sich im Zentralteil des Bildfeldes unter der Fligelsonne. Dariiber befindet sich eine Zeile Hieroglyphen. Die Autoren kdnnen nun plausibel nachweisen, daf3 es sich bei dem Reiter um den Prifekten Gallus selber handelt, nicht um Octavian, wie verschiedentlich vermutet wurde. Die fir eine igyptische Stele ungewdhnliche Reiterdarstellung wird detailliert mit griechischen und romischen Reiterdarstellungen verglichen, in deren Tradition auch das Bildnis auf der Gallus-Stele zu sehen ist. In Agypten findet sich eine solche Szene erst auf dem ptolemaiischen Raphia-Dekret, wo Ptolemais IV. reitend dargestellt ist. Griechen oder Romer verstanden die Szene also sicher als Darstellung eines siegreichen Feldherrn, zumal Gallus in der lateinisch/ griechischen Inschrift direkt am Anfang erwihnt wird. Die Identifizierung des Reiters als Gallus war zweifelsfrei erst mdglich durch die erstmalige korrekte Interpretation der zugehdrigen Hieroglypheninschrift. Die iuf3erst detaillierte Analyse dieses kurzen, wie so oft an entscheidender Stelle zerstorten Textes zeigt, daf3 hier Gallus erwihnt sein muf3, gefolgt vom Epitheton,, [erwihlt durch...] Rhomaios". Letzteres in Kartusche
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