• RSS
ï~~Bulletin of the American Society of Papyrologists 45 (2008) 117-141 Zwei officiales in NOten' Fritz Mitthof Osterreichische Akademie der Wissenschaften Amphilochios Papathomas Universitit Athen Abstract Die beiden Wiener Papyri, die im vorliegenden Beitrag publiziert werden, bieten Einblicke in die konkrete Lebenssituation zweier officiales. Der erste Text, der Brief eines agens in rebus an seinen Vater, handelt von der Aufhebung des privilegierten Gerichtsstandes (praescriptio fori) des Schreibers durch einen kaiserlichen Erlaf (pragmatica sanctio) im Zuge eines Rechtsstreites, der vor dem praefectus Augustalis ausgetragen wurde und sich vermutlich umrn das Erbe einer Person drehte, die weitlaufig mit einem Philosophen namens Helladios verwandt war. Der zweite Text ist das Hypomnestikon eines praefectianus an einen unbekannten Adressaten (eventuell einen staidtischen Beamten), in welchem der Schreiber sich entschuldigt, daf er nicht auf den Adressaten habe warten kdnnen, umrn ihm in einer amtlichen Angelegenheit behilflich zu sein, weil das Schiff, mit dem er, der Schreiber, nach Nikiu reisen wollte, abgefahren sei. In diesem Schriftstiick wird unter anderem auch ein assessor Praesentinus erwahnt, der mit dem gleichnamigen Rechtsgelehrten identisch sein kdnnte, der jener Kommission angehdrte, die im Jahre 528 mit der Erstellung der ersten Fassung des Codex Justinianus betraut wurde. Der nachstehende Beitrag bietet die Erstedition zweier spitantiker Schriftstiicke aus der Wiener Sammlung, die mehrere verbindende Elemente aufweisen: Zum einen wurden sie von subalternen Beamten des staatlichen Verwaltungsapparates (officiales) aufgesetzt, und zwar mdglicherweise eigenhindig; zum anderen befanden sich diese officiales in einer schwierigen Lage. Beide Texte illustrieren demnach konkrete Lebenssituationen von Vertretern 1 Amphilochios Papathomas dankt der Kommission fir Antike Rechtsgeschichte der Osterreichischen Akademie der Wissenschaften fir einen Reisekostenzuschut, der ihm den fir die Genese dieses Beitrages notwendigen Aufenthalt in Wien erm6glicht hat. Alle Zeitangaben sind nachchristlich.
Top of page Top of page