• RSS
ï~~Bulletin of the American Society of Papyrologists 45 (2008) 101-116 Familienfehden in Hermupolis - Theophanes und Adelphios Andrea Jdrdens Universitit Heidelberg Abstract Zu den fiihrenden Persdnlichkeiten von Hermupolis gehdrten im friihen 4. Jhdt. n. Chr. die beiden Ratsherren Theophanes und Adelphios, von denen sich aufgrund der Papyrusiiberlieferung ein augergewdhnlich farbiges Bild zeichnen lafft. Offenbar schon linger bestehende Rivalititen zwischen den mutmaglichen Altersgenossen miindeten endlich zu Beginn der 320er Jahre in einen offenen Streit, der vor allem zwischen Adelphios und Theophanes' Sohn Anysios ausgetragen wird. Auch wenn dieser im wesentlichen unblutig, da zumeist vor Gericht verlief, tragen die hier fafbaren Handlungsmuster alle Ziige einer Familienfehde. Allein der Umstand, daf Angehdrige der grogen Familien sich einen solchen Zwist leisten konnten, aber auch seine Form lassen dabei darauf schliegen, daf die stidtischen Verhiltnisse im friihbyzantinischen Agypten stabiler als oft vermutet waren. Vermutlich wird nicht auf grogen Widerspruch treffen, wer James G. Keenan als ausgewiesenen Kenner und Spezialisten vor allem der spitbyzantinischen Epoche Agyptens, also des 5. bis 7. Jhdts. n. Chr., beschreibt. Eine seiner jiingsten Publikationen gilt gleichwohl einer etwas friiheren Zeit, nimlich dem von John Matthews vorgelegten Band fiber die Reise des Theophanes nach Antiochia.1 Ankniipfend daran und an die stets lebhaften Interessen des Jubilars an sozialgeschichtlichen Fragen mdchte ich hier auf einen, soweit ich sehe, bisher wenig beachteten, aber fir Theophanes selbst gewig nicht unbedeutenden Aspekt seines Lebens eingehen: den offenbar mit Inbrunst gefiihr1J.G. Keenan, Bespr. von J. Matthews, The Journey of Theophanes: Travel, Business, and Daily Life in the Roman East (New Haven und London 2006), BASP 43 (2006) 199-203.
Top of page Top of page